Eine weibliche, braune Stockente am Strand.

Enten sind eine Unterfamilie der Entenvögel. Genauer gesagt gehören sie zur Ordnung der Gänsevögel. Sie sind jedoch kleiner und haben einen kürzeren Hals. Es gibt viele unterschiedliche Arten, von der Reiherente über die Moorente bis hin zur Moschusente. In unserem Beitrag beziehen wir uns hauptsächlich auf die heimische Stockente – eine der am häufigsten vorkommenden Enten in Österreich und Deutschland.

Herkunft der Ente

Die Entenvögel, zu der neben den Enten auch Gänse und Schwäne gehören, gibt es schon seit der Kreidezeit vor rund 66 bis 68 Millionen Jahren. Sie lebten bereits vor dem Aussterben der Dinosaurier. Die heute bekannten Unterfamilien entstanden im Miozän vor rund 5 bis 23 Millionen Jahren. Vor rund 3.000 Jahren begann die Domestizierung der Hausenten in Europa und Asien. Die heutigen Hausenten stammen von der wilden Stockente ab. Die Moschusente wurde in Südamerika domestiziert. Ihre Haustierform ist die Warzenente (Flugente).

Die in Österreich und Deutschland lebenden Entenarten lassen sich in Schwimmenten und Tauchenten  unterteilen.

Unterschied:

  • Schwimmente: Sucht ihre Nahrung an der Wasseroberfläche oder im flachen Wasser. Dabei stecken sie den Kopf unter Wasser und das Schwänzchen in die Höhe (= gründeln). Bekanntester Vertreter ist die Stockente.
  • Tauchente: Taucht bei der Nahrungssuche vollständig unter. Dazu zählen etwa die Reiherente und die Moorente.

Aussehen und Körperbau

Enten sind wesentlich kleiner als Schwäne oder Gänse und haben einen kürzeren Hals. Sie sehen ganz unterschiedlich aus, abhängig von der jeweiligen Art. Bei der Stockente gibt es große Unterschiede zwischen der Ente und dem Erpel. Der auffälligste Unterschied ist die Kopffarbe. Während das Weibchen ein braun gesprenkeltes Gefieder besitzt, hat der Erpel einen charakteristisch grün schimmernden Kopf mit weißem Halsring. Das Weibchen ist durch seine unauffällige Färbung besonders gut getarnt, während der Erpel deutlich farbenprächtiger ist. 

MerkmalWeibliche StockenteErpel (männliche Stockente)
KopfBraun gesprenkeltGlänzend grün
HalsBraun gesprenkeltWeißer Halsring
BrustBraun gefärbt und gesprenkeltKastanienbraun
KörperBraun-beige und unauffällig gemustertÜberwiegend grau
SchnabelOrange-braun bis olivfarben, meist mit dunkler ZeichnungGelb bis gelbgrün
FlügelBraun gemustert, mit blau-violettem FlügelspiegelGrau-braun, mit blau-violettem Flügelspiegel
SchwanzBraun und eher unauffälligWeiße Schwanzfedern mit auffälligen, nach oben gekrümmten schwarzen Federn in der Mitte

Wie groß und schwer wird eine Stockente?

Stockenten werden etwa 50 bis 65 Zentimeter lang und erreichen eine Flügelspannweite von ungefähr 81 bis 98 Zentimetern. Weibliche Stockenten wiegen meist zwischen 0,7 und 1,3 Kilogramm, während Erpel mit etwa 0,9 bis 1,6 Kilogramm etwas schwerer sind.

Eine braune, weibliche Stockente im Wasser
Eine weibliche Stockente im Wasser. | Foto: Lisanti auf Pixabay

Wesen und Sozialverhalten

Stockenten sind gesellige und anpassungsfähige Tiere. Sie leben häufig in Gruppen und halten sich gerne gemeinsam an Gewässern auf. Während der Brutzeit ziehen sich die Weibchen dagegen eher zurück.

Zur Kommunikation nutzen Stockenten verschiedene Laute und ihre Körpersprache:

  • Quaken: Vor allem weibliche Stockenten nutzen das typische Quaken zur Kommunikation.
  • Kontaktlaute: Leisere Rufe helfen den Tieren, miteinander in Kontakt zu bleiben.
  • Warnrufe: Bei Gefahr können Stockenten durch aufgeregte Rufe andere Enten aufmerksam machen.
  • Körpersprache: Körperhaltung und Bewegungen spielen ebenfalls eine wichtige Rolle, etwa bei der Balz oder bei Auseinandersetzungen.

Das bekannte „Quak“ ist also nur einer von mehreren Lauten, mit denen sich Stockenten verständigen.

Lebensraum

Die Stockente lebt an nahezu allen Seen, Flüssen und Teichen mit stehendem oder langsam fließendem Wasser:

  • Seen und Teiche
  • Flüsse und Bäche
  • Feuchtgebiete und Sümpfe
  • kleine Tümpel
  • Parkteiche und Gewässer in Städten

In der Natur benötigt sie eine dichte Ufervegetation und Schilf zum Schutz. Das Nest befindet sich oft direkt am Wasser im hohen Gras. In Städten findet man Enten auch bei künstlich angelegten Gewässern. Da sie hier oft durch Hunde oder Menschen gestört werden, brüten sie eher in der näheren Umgebung, zum Beispiel auf Balkonen oder Flachdächern.

Stockenten können sowohl in natürlichen Lebensräumen als auch in der Nähe des Menschen gut zurechtkommen. Zum Schlafen und Ausruhen suchen sie gerne geschützte Plätze am Ufer oder auf kleinen Inseln auf.

Besonders wichtig sind saubere Gewässer mit ausreichend Nahrung und dichter Vegetation, die Schutz und geeignete Plätze für die Aufzucht der Küken bieten.

Lebensweise

Stockenten verbringen einen großen Teil ihres Tages mit Nahrungssuche, Schwimmen und Gefiederpflege. Sie sind sowohl tagsüber als auch in der Dämmerung aktiv.

  • Nahrungssuche: Sie suchen ihre Nahrung im Wasser, am Ufer und an Land.
  • Schwimmen: Durch ihre Schwimmhäute können sie sich sicher und schnell im Wasser bewegen.
  • Gefiederpflege: Regelmäßig reinigen und pflegen sie ihr Gefieder. Dabei verteilen sie Öl aus ihrer Bürzeldrüse auf den Federn, wodurch diese wasserabweisend bleiben.
  • Ruhe: Zum Ausruhen suchen Stockenten geschützte Plätze am Ufer oder auf kleinen Inseln auf.
  • Schlafen: Stockenten schlafen meist mit eingezogenem Kopf und können dabei sowohl an Land als auch auf dem Wasser ruhen.
  • Mauser: Mehrmals im Jahr erneuern sie einen Teil ihres Gefieders. Während der Mauser können sie zeitweise weniger gut fliegen.

Trotz dieses ausgefüllten Tagesablaufs bleiben Stockenten wachsam: Ihr gutes Seh- und Hörvermögen hilft ihnen, Fressfeinde frühzeitig zu erkennen, weshalb sie sich besonders in der Nacht gerne in größeren Gruppen zusammenschließen.

Ernährung

Stockenten ernähren sich abwechslungsreich. Auch der Mensch kann ihnen etwas Gutes tun, etwa mit geschnittenem Obst. Grundsätzlich kommen die Enten aber prima alleine zurecht.

  • Mais, Weizen, Gerste, Eicheln
  • Frösche, Froschlaich, Kaulquappen
  • Schnecken und Würmer
  • Kleine Fische
  • Wasserpflanzen
  • Insekten, Insektenlarven
  • Gräser, Kräuter und Samen
  • Wasservogelfutter aus dem Handel
  • Weiche gekochte Kartoffelstücke
  • In schnabelgerechte Stücke geschnittenes Obst, wie Beeren, Äpfel oder Wassermelonen

Enten dürfen übrigens kein Brot essen. Entgegen landläufiger Meinung sind Brot und Gebäck nicht gut für die Wasservögel.

männliche Stockente
Eine männliche Stockente. | Foto: Ilona Frey auf Pixabay

Paarung und Fortpflanzung

Bei den Stockenten erstreckt sich die Reihzeit, also die Paarungs- und Balzzeit, von der ersten Partnerwahl im Herbst über die Hauptbalz im Winter bis hin zur eigentlichen Begattung im Vorfrühling. Während der Balz reihen sich oft mehrere Erpel hinter einem Weibchen ein – daher auch Reihzeit. Die Paarung findet im Wasser statt, wobei das Weibchen häufig unter Wasser gedrückt wird.

Stockenten sind Bodenbrüter. Sie bauen eine einfache Mulde am Boden in Ufernähe, im Schilf oder selten auch erhöht in Bäumen oder auf Gebäuden, und polstern sie mit Pflanzenmaterial und Daunen aus. Das Weibchen legt meist 6-13 Eier. Sie brütet diese 28 Tage lang aus. Der Erpel beteiligt sich nicht am Brüten. 

Die Küken schlüpfen bereits mit einem weichen Daunengefieder und können kurz danach laufen und schwimmen. Sie bleiben zunächst bei ihrer Mutter, die sie zu Futterplätzen führt und vor Gefahren schützt. Nach etwa 7 bis 8 Wochen sind die jungen Stockenten selbstständig und können fliegen.

Enten als Haustiere

Enten können grundsätzlich im eigenen Garten gehalten werden, benötigen aber ausreichend Platz und die Gesellschaft anderer Enten. Eine Einzelhaltung ist nicht artgerecht.

Wichtig für die Haltung sind:

  • Ausreichend Auslauf: Enten brauchen Platz zum Laufen, Suchen nach Nahrung und Erkunden.
  • Wasser: Eine Bademöglichkeit ist sinnvoll. Das Wasser sollte regelmäßig gereinigt werden.
  • Entenstall: Nachts benötigen sie einen trockenen, sicheren und vor Raubtieren geschützten Rückzugsort.
  • Futter: Neben geeignetem Entenfutter können sie unter anderem Pflanzen, Samen und Grünfutter fressen.
  • Sicherheit: Eine stabile Umzäunung schützt die Tiere beispielsweise vor Füchsen und anderen Fressfeinden.

Wild lebende Stockenten gehören nicht in private Haltung und sollten nicht eingefangen oder als Haustiere gehalten werden.

Fazit: nicht wegzudenken

Ob am ruhigen Teich oder mitten in der Stadt, die Stockente meistert ihren Alltag mit Bravour. Ihre Anpassungsfähigkeit und ihr geselliges Wesen machen sie zu einem der spannendsten heimischen Wasservögel, den man mit etwas Geduld wunderbar beobachten kann.

Schlafen Enten?

Ja, Enten schlafen. Stockenten suchen sich dafür meist einen geschützten Platz am Ufer, auf kleinen Inseln oder direkt auf dem Wasser. Dabei stecken sie häufig den Kopf ins Gefieder und schließen die Augen. Sie können auch mit einem offenen Auge schlafen und nur eine Gehirnhälfte ruhen lassen. Das ist der sogenannte Halbseitschlaf. Das Auge auf der Gefahrenseite bleibt offen und aufmerksam, während die andere Gehirnhälfte schläft. Die Enten wechseln das Auge und die Gehirnhälfte ab, damit sie sich vollständig erholen.

Sehen Enten unter Wasser?

Ja, Enten können unter Wasser sehr gut sehen. Ihr Auge passt sich dem Perspektivenwechsel hervorragend an.

Wie lange können Enten tauchen?

Stockenten können meist etwa 10 bis 30 Sekunden unter Wasser bleiben. Sie tauchen vor allem nach Nahrung und kommen anschließend schnell wieder an die Wasseroberfläche. Tauchenten bleiben wesentlich länger unter Wasser.

Können Enten fliegen?

Ja, Enten können sehr gut fliegen und legen dabei oft weite Strecken zurück.

Sind Enten ein Leben lang treu?

Nein, sind Enten nicht. Sie leben in einer sogenannten Saisonehe. Das heißt eine Reihzeit lang leben sie mit dem selben Partner und suchen sich in der nächsten Saison wieder einen besonders starken Partner aus. Das kann derselbe Erpel sein oder auch jeder andere.

Wie lange lebt eine Ente?

In freier Wildbahn sterben viele Enten bereits im 1. Lebensjahr aufgrund von Feinden oder Krankheiten. Ansonsten können sie zwischen 10 und 15 Jahre werden. Hausenten können sogar 20 bis 40 Jahre alt werden. Das ist dann aber wirklich schon sehr lange. Nutztiere in der Fleischmast werden leider nur wenige Wochen alt.

Frieren Enten im Winter?

Nein, Enten frieren nicht im Winter. Ihr dichtes Gefieder schützt den Körper vor Kälte und hält die Haut weitgehend trocken. Auch ihre Füße sind gut an kalte Temperaturen angepasst. Durch einen speziellen Blutkreislauf wird verhindert, dass über die Füße zu viel Körperwärme verloren geht. Um den Wärmeverlust noch geringer zu halten, ziehen Enten oftmals ein Bein an.

Was ist der natürliche Feind der Ente?

Die natürlichen Feinde der Stockente sind unter anderem Füchse, Marder und Greifvögel. Besonders gefährdet sind Eier und Küken. Junge Enten können außerdem von größeren Fischen wie Hechten oder anderen Tieren erbeutet werden.

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