Flauschig, niedlich und klein: Kaninchen sind beliebte Haustiere, vor allem bei Kindern. Erfahre in unserem Beitrag alles Wissenswerte über die herzigen Tiere. Wir stellen dir außerdem eine Checkliste für Kaninchen zur Verfügung – damit es deinem Liebling an nichts fehlt. Vorab sprechen wir vom wilden Verwandten des Hauskaninchens.
Das Wildkaninchen
Das Hauskaninchen ist die domestizierte Form des Europäischen Wildkaninchens. Alle Hauskaninchen stammen von ihm ab. Das Wildkaninchen ist gesellig und lebt in Gruppen in einem unterirdischen Bau zusammen. Dein Kaninchen sollte ebenfalls nie alleine gehalten werden.
Die Jungen der Kaninchen kommen blind und nackt zur Welt, also als Nesthocker. In freier Wildbahn säugt das Muttertier seine Jungen 1-2 Mal am Tag. Es ist normal, dass es sich nicht so oft am Nest aufhält.
Wildkaninchen fressen gerne saftige Gräser und Kräuter, Rinde und Knospen sowie Fallobst oder Ernterückstände. Sie halten sich immer in der Nähe ihres Baus auf, sind also auf das angewiesen, was rundherum wächst. Da hat es das Hauskaninchen leichter, denn immerhin erhält es Futter von dir.
Wie sehen Kaninchen aus?
Wie groß und schwer ein Kaninchen ist, hängt von der Rasse ab. Es gibt Zwergrassen, kleinere und mittlere Rassen sowie Großkaninchen wie der Deutsche Riese. Dieser wird bis zu 71 cm lang und ist zwischen 7-11 kg schwer. Ein kleineres Kaninchen wiegt um die 3,5 kg und ist bis zu 35 cm lang.
Typisch für Kaninchen sind die langen, aufgerichteten Ohren (bei den meisten Rassen 6–18 cm lang), kräftige Hinterläufe, die zum Springen und Graben geformt sind, sowie ein kurzer, wolliger Schwanz namens Blume. Die Ohren werden auch Löffel genannt.
Im Vergleich zur wilden Stammform zeigt das Hauskaninchen eine viel größere Bandbreite bei Größe, Fellfarbe, Fellstruktur und Ohrenform:
- Fellfarben: einfarbig oder mehrfarbig in Weiß, Schwarz, Braun, Rot, Orange, Blau und vielen weiteren Tönen
- Fellmuster: von einfarbig bis zu Punkten, großen Flecken oder Schecken
- Fellstruktur: kurzes Normalhaar, samtiges Rex-Fell, seidig glänzendes Satin-Fell oder langes Angora-/Fuchskaninchen-Fell
- Ohrenform: die meisten Rassen haben Stehohren, Widderkaninchen dagegen ausgeprägte Hängeohren mit einer Spannweite von bis zu 70 cm

Checkliste: das brauchst du für dein Kaninchen
Damit sich dein Kaninchen bei dir wohlfühlt, braucht es natürlich die richtige Ausstattung. Wie schon erwähnt, solltest du ein Kaninchen nie alleine halten, da es sich um gesellige Tiere handelt.
- Mindestens 6 m² dauerhaft nutzbare Fläche für zwei Tiere, plus täglicher Freilauf
- Grundausstattung: Gehege, Häuschen pro Tier, geschlossene Heuraufe, Keramik-Trink- und Futternäpfe, Toilette, Buddelkiste, Spielzeug
- Bei Wohnungshaltung: Umzäunung, Wandschutz, PVC-Boden
- Bei Garten-/Balkonhaltung: mardersicheres Gehege, Schutzhütte, hoher Zaun
- Transportbox, Pflegeausrüstung (Bürste, Krallenschere), Hausapotheke, kaninchenkundiger Tierarzt
- Futter bereithalten: unbegrenzt Heu, Frischgemüse, Kräuter, wenig Trockenfutter, Knabberhölzer
Die Kaninchen-Haltung
In Österreich gibt es einige Mindestanforderungen zur Haltung von Kaninchen – vom Käfig bis zum Zugang ins Freie:
- Die Verwendung von Drahtgitterböden ist verboten
- Ausreichend Wind- und Witterungsschutz
- Erhöhte Flächen im Gehege
- Dauerhaft Zugang zu Nagematerial, Heu und/oder Stroh
- Ständiger Zugang zu Wasser
- Wenn kein ständiger Zugang ins Freie: Ställe Fenster, durch die Tageslicht einfallen kann
Ernährung
Am wichtigsten ist, dass dein Kaninchen immer Zugang zu Heu und/oder Stroh hat. Was es auch besonders liebt, sind Gräser und Kräuter wie der Löwenzahn. Obst hingegen darf nur in sehr kleinen Mengen gefüttert werden, da es zu viel Zucker enthält. Anbieten kannst du Äpfel ohne Kerne, Birnen, Beerenobst und eine Banane oder Schale. Wusstest du, dass die Schneidezähne eines Kaninchens ein Leben lang nachwachsen? Umso wichtiger ist das Nagematerial, zum Beispiel Zweige von Obstbäumen.
Hier eine kleine Übersicht:
- Heu rund um die Uhr verfügbar – Basis für Verdauung und Zahnabnutzung
- Zweimal täglich frisches Grünfutter (ca. 150–200 g/kg Körpergewicht): Gräser, Kräuter, Salate, Gemüse
- Obst nur in kleinen Mengen als Leckerli, wegen Fruchtzucker
- Trockenfutter/Pellets nur als Ergänzung, max. 1 EL/kg/Tag, getreidefrei
- Neues Futter immer langsam einführen, nie abrupt umstellen
- Lecksteine, Calciumsteine und zuckerhaltige Snacks vermeiden
- Immer frisches Wasser und Nagematerial (z. B. Zweige) bereitstellen

Verhalten
Kaninchen sind vor allem nachts- und dämmerungsaktiv. Zudem mögen sie es nicht, herumgetragen zu werden. Halten sie still, wenn man sie auf dem Arm hat, ist dies ein Schockreflex und kein Genuss. Aus diesen Gründen sind Kaninchen – anders als man denkt – eher ungeeignet als Haustiere für Kinder.
Weitere Verhaltensweisen von Hauskaninchen
- Ausgeprägte Sozialtiere mit Rangordnung – etwa die Hälfte ihres Verhaltens dient sozialer Interaktion
- Kommunizieren kaum über Laute, sondern über Körperhaltung, Duftstoffe und Mimik
- Wichtige Signale: aufgestellte Ohren = Neugier, angelegte Ohren = Angst/Unterwerfung, Anstupsen = Begrüßung, Ablecken = Zuneigung
- Trommeln mit den Hinterläufen warnt die Gruppe vor Gefahr
- Als Fluchttiere rennen sie bei Gefahr nur kurze Strecken zum nächsten Versteck oder erstarren regungslos
Kaninchen und Hase
Obwohl Kaninchen und Hase beide zu den Hasenartigen zählen, sind sie doch sehr unterschiedlich. Das Kaninchen ist kleiner und gedrungener als der große Feldhase. Letzterer hat auch deutlich längere Ohren und Hinterbeine. Hasen sind im Gegensatz zu den geselligen Kaninchen Einzelgänger. Sie sind überhaupt nicht als Haustiere geeignet. Es hat seinen Grund, warum Hasen nicht domestiziert sind. Ihr Wesen ist ungeeignet, um als Haustier zu leben. Wenn jemand “Hase” als Haustier meint, spricht er üblicherweise vom Kaninchen. Immerhin gibt es weltweit über 300 verschiedene Arten an Hauskaninchen, die alle vom Wildkaninchen abstammen. Sie alle sind unterschiedlich groß, sehen unterschiedlich aus und haben ihren eigenen Willen.
Fazit: Haustier mit Charakter
Kaninchen sind weit mehr als nur niedliche Kuscheltiere – als gesellige, sensible Fluchttiere haben sie klare Bedürfnisse an Haltung, Ernährung und Gesellschaft, die du ernst nehmen solltest. Mit ausreichend Platz, einem Artgenossen an ihrer Seite und der richtigen Fütterung stehen die Chancen gut, dass sich dein Kaninchen bei dir rundum wohlfühlt. Und auch wenn sie flauschig und drollig wirken: Kaninchen sind aufgrund ihrer Abneigung gegen Herumtragen eher ein Tier zum Beobachten und Verstehen als zum Kuscheln – wer das akzeptiert, bekommt dafür einen faszinierenden Mitbewohner mit eigenem Charakter.
Wie alt wird ein Kaninchen?
Bei guter Haltung werden Hauskaninchen zwischen 8-12 Jahre alt, manche sogar älter. Es hängt aber auch von der Rasse ab. Sehr große Rassen werden im Schnitt nur 5-8 Jahre alt. Das ist immer noch mehr als bei Wildkaninchen, deren durchschnittliche Lebenserwartung nur bei 1-2,5 Jahren liegt.
Was ist der Unterschied zwischen Hase und Kaninchen?
Es gibt einige Unterschiede zwischen Hase und Kaninchen. Das Wichtigste: Kaninchen sind kleiner und gedrungener als der Hase. Dieser ist größer und hat längere Ohren und Hinterbeine. Der Hase ist ein Einzelgänger, während das Kaninchen Gesellschaft sehr schätzt.
Wie lange können Kaninchen alleine zu Hause bleiben?
Bei guter Planung kannst du dein Kaninchen mal für einen Tag alleine lassen.
Wovor haben Kaninchen am meisten Angst?
Sie haben Angst vor allem, was von oben kommt – wie die Raubtiere. Heben wir sie hoch, sehen das Kaninchen als bedrohlich an.
Kuscheln Kaninchen gerne?
Nein, die meisten Kaninchen kuscheln nicht gerne. Vereinzelt gibt es jedoch Tiere, die das Streicheln genießen. Das hat viel mit Vertrauensaufbau und Gewöhnung zu tun.
Sind Kaninchen für Anfänger geeignet?
Ja, Kaninchen kannst du auch als Anfänger halten. Berücksichtige einfach unsere Tipps und hole dir ansonsten Unterstützung von erfahrenen Kaninchenhaltern oder vom Tierarzt. Du kannst dich auch bei der Tierschutzorganisation informieren, solltest du ein Kaninchen adoptieren, oder bei der Züchterin.
Wie viel Geld kostet ein Kaninchen im Monat?
Ein Kaninchenpaar kostet zwischen 40 und 150 Euro im Monat. Eingerechnet sind hier zum Beispiel das Frischfutter, Futter generell, anteilig das Impfen, Zubehör, Reparaturen am Käfig und Rücklagen für Tierarztbesuche. Ein Kaninchen selbst kostet zwischen 20 und 200 Euro, wobei es durchaus teurere Exemplare geben kann.






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