Kaum ein Tier begleitet den Menschen schon so lange wie das Pferd. Ob als treuer Partner auf dem Feld, verlässlicher Reitgefährte oder einfach als majestätischer Anblick auf der Koppel– Pferde faszinieren seit Jahrtausenden. Erfahre in unserem Blogbeitrag alles, was du über Pferde wissen musst.
Vom Wildpferd zum Reitpferd
Der älteste Vorfahre der Pferde ist das Eohippos, auch Morgenrötepferdchen genannt. Innerhalb mehrerer Millionen Jahre entwickelte sich Equus Caballus – das Pferd, wie wir es heute kennen. Dessen Stammvater trägt den Namen Przewalski.
Die Domestizierung (Haustierwerdung) des Pferdes passierte im Vergleich relativ spät, vor ca. 5.500 Jahren. Die älteste bekannte Reitkultur ist die Botai-Kultur in Kasachstan. Es änderte vieles: wie Krieg geführt wurde, wie Güter transportiert wurden und wie man reiste. Zumindest bis zur Entstehung der Motoren. Heute wird das Pferd zum Beispiel bei der Polizei eingesetzt, ist Freizeitpartner oder sportlicher Begleiter. Manchmal darf es sogar einfach nur Pferd sein.
Pferderassen
Im Laufe der Jahre hat sich das Pferd stets weiterentwickelt, verändert und sich den Lebensbedingungen vor Ort angepasst. Auch der Mensch wirkte mit gezielter Zucht mit. So sind zahlreiche Pferderassen in den verschiedensten Farben und Formen entstanden. Vom kleinen fluffigen Shetlandpony über Islandpferde, Lipizzaner bis hin zum großen Shire Horse. Das kaspische Kleinpferd und der Araber gelten als älteste Pferderassen. Eine der jüngsten Pferderassen ist das KWPN, das niederländische Warmblut.
Pferde untereinander
In der Pferdewelt gibt es eine Rangordnung. Am höchsten in der Herde stehen der Leithengst und die Leitstute. Kommen sie, weichen die anderen Pferde und lassen Leitstute und Leithengst zum Beispiel in Ruhe fressen. Auch innerhalb der Herde sind manche Pferde ranghöher als andere.
Pferde kommunizieren sehr fein miteinander. Sie sind ruhige Tiere, die sich hauptsächlich über Körpersprache verständigen. Neben der Körpersprache nutzen sie außerdem die Mimik und die Gestik (Ohrenspiel, Gesichtsausdruck), um Botschaften zu senden. Auch im Umgang mit uns Menschen. Legt ein Pferd zum Beispiel die Ohren an, sollte man ihm besser nicht zu nahe kommen.
Fütterung und Verdauung
Das wichtigste Grundfutter für ein Pferd ist das Raufutter, also Heu. Ein durchschnittliches Pferd frisst etwa 9 – 12 kg Heu am Tag. Auch dessen Qualität ist wichtig, ansonsten kann es zum Beispiel zu staubig oder nährstoffarm sein und das Pferd wird krank.
Oft wird auch zugefüttert, vor allem bei Sportpferden. Hier gibt es viele Möglichkeiten, zum Beispiel Heucobs, Müsli oder Hafer. Zusätzlich können Pulver, Pellets oder Öle beigefügt werden. Teufelskralle etwa für die Gelenke oder Leinöl für ein schönes, glänzendes Fell.
Das Futter sollte auf mehrere Rationen pro Tag aufgeteilt werden, denn der Pferdemagen ist relativ klein. Bei zu großen Futtermengen kann das Pferd eine Kolik bekommen.
Pflege
Regelmäßige Pflege ist wichtig für Pferde. Sie stärkt nicht nur die Bindung zwischen Mensch und Tier, sondern dient auch als Kontrolle. Während des Putzens wird kontrolliert, ob das Pferd verletzungsfrei ist, keine Hautprobleme oder Schwellungen hat. Selbstverständlich werden dabei auch Schmutz und lose Haare entfernt.
Pflege bedeutet nicht nur Fellpflege. Auch Mähne und Schweif möchten gebürstet werden, um Verfilzungen vorzubeugen. Die Hufe muss man ebenfalls kontrollieren, auskratzen und das Pferd regelmäßig dem Hufschmied vorstellen.

Box, Offenstall oder Aktivstall
Wo das Pferd untergebracht wird, entscheidet der Besitzer oder die Besitzerin. Möglichkeiten gibt es einige: die reine Boxenhaltung, den Offenstall oder den Aktivstall. Im Offenstall können sich die Pferde innerhalb der Herde frei bewegen und sich im Stall unterstellen. Gefüttert wird häufig aus Raufen. Im Aktivstall bewegt sich das Pferd ebenfalls frei. Er ist jedoch so angelegt, dass sich die Pferde zwangsweise viel bewegen müssen.
Das Reitpferd
Wer ein Pferd reiten möchte, sollte zunächst die drei Grundgangarten kennen: Schritt (die langsamste), Trab und Galopp (die schnellste). Manche Rassen weisen mehr Gänge auf, etwa den Tölt oder den Pass. Jeder kann zwischen den Reitweisen wählen. Am bekanntesten sind das klassische Englischreiten mit Disziplinen wie Springen oder Dressur, oder das Westernreiten.
Die passende Ausrüstung ist absolut wichtig für ein Reitpferd. Von der Trense bis zum Sattel. Nur so fühlt sich das Pferd wohl und kann die Hilfen des Reiters richtig umsetzen.
Pferde werden etwa mit 3 – 4 Jahren zum Reitpferd ausgebildet, bestimmte Rassen wie der Noriker sogar noch später.
Turniersport
Manche Menschen nehmen mit ihren Pferden an Turnieren teil. Hier gibt es viele Disziplinen, etwa Dressur, Springen, Vielseitigkeit, Fahren, Reining, Pleasure oder Working Equitation. Das Turnierpferd muss ordentlich trainiert werden, um die entsprechende Leistung zu erbringen. Auch die Fütterung ist hier sehr wichtig. Gerade Turnierpferde erhalten meist Kraftfutter, ca. 1 – 1,5 kg pro Tag. Das liegt an ihrem erhöhten Energiebedarf, den Raufutter nicht decken kann.
Damit Reiter und Pferd auf ihrem jeweiligen Niveau antreten können, sind Turniere in verschiedene Leistungsklassen unterteilt – vom Einsteiger bis zum erfahrenen Sportler. Der Weg dorthin ist meist ein langer: Neben Talent braucht es vor allem jahrelanges, konsequentes Training, bis Pferd und Reiter als eingespieltes Team an den Start gehen können.
Nun hast du dir das notwendige Grundwissen rund um Pferde angeeignet. Viel Spaß auf deinem weiteren Weg in die Welt der Pferde.
Wie viel trinkt ein Pferd?
Ein Pferd trinkt ca. 30-40 l pro Tag.
Wie alt können Pferde werden?
In etwa 15 – 35 Jahre.
Wie viel kostet ein Pferd?
Pferde gibt es bereits ab 1.000 Euro. Umso mehr das Pferd kann, welche Abstammung es hat, wie alt es ist oder ob es gesund ist, steigt der Preis auf mehrere tausend Euro. Zweistellige Beträge sind nicht selten. Ein durchschnittliches Reitpferd kostet zwischen 6.000 und 15.000 Euro.
Dürfen Pferde Brot essen?
Nein, Pferde sollten kein Brot essen. Das Brot ist schwer verdaulich. Das liegt unter anderem am Stärke- und Zuckergehalt. Hefe wirkt sich ebenfalls negativ auf die empfindliche Verdauung des Pferdes aus. Willst du einem Pferd etwas gutes tun, füttere lieber Äpfel oder Karotten. Es gilt: alles nur in Maßen!






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