Frosch, Kröte oder Unke – auf den ersten Blick sehen sich diese drei Amphibien zum Verwechseln ähnlich, und im Alltag werden die Begriffe oft munter durcheinandergeworfen. Dabei handelt es sich um drei eigenständige Tiergruppen mit ganz unterschiedlichen Merkmalen, vom Aussehen über die Fortbewegung bis hin zur Fortpflanzung. In diesem Beitrag zeigen wir dir, woran du Frosch, Kröte und Unke sicher auseinanderhalten kannst.
Körper und Haut
Frosch, Kröte und Unke unterscheiden sich im Erscheinungsbild:
- Frosch: hat eine glatte Haut, lange, kräftige Hinterbeine, die Haut ist glatt, glänzend und schleimig
- Kröte: hat eine ledrige, mit Warzen übersäte Haut, kurze Hinterbeine, die Haut ist uneben und trocken
- Unke: die Oberseite der Haut ist mit kleinen Warzen übersät, die Unterseite zeigt leuchtende Warnfarben, zum Beispiel rot; die Beine sind im Vergleich zum Körper eher kurz
Frosch:

Kröte:

Unke:

Größe
Auch hinsichtlich der Größe gibt es Unterschiede zwischen Frosch, Kröte und Unke:
| Art | Größe | Besonderheit |
| Grasfrosch (häufigster heimischer Frosch) | 6-11 cm | Weibchen meist etwas größer als Männchen |
| Erdkröte (häufigste heimische Kröte) | 9–12 cm (Weibchen),6–9 cm (Männchen) | Eine der größten heimischen Amphibienarten überhaupt |
| Rotbauchunke | 4,5–5,3 cm | Eine der kleinsten mitteleuropäischen Froschlurcharten |
| Gelbbauchunke | 3,5–5 cm | noch etwas kleiner als die Rotbauchunke |
Weltweit variiert die Größe der Tiere teilweise extrem. Der kleinste Frosch der Welt ist der Paedophryne amauensis aus Papua-Neuguinea. Mit durchschnittlich rund 7,7 Millimetern ist er kleiner als eine Ein-Cent-Münze und gilt als das kleinste bekannte Wirbeltier der Welt.
Fortbewegung
| Art | Fortbewegung an Land | Schwimmhäute |
| Frosch | Springend, weite Sprünge | Ja |
| Kröte | Kriechend/gehend, kaum Sprünge | Kaum/keine |
| Unke | Kriechend, kurze Sprünge; im Wasser sehr aktiv schwimmend | Gering ausgeprägt |
Die Hinterbeine der Frösche sind lang und muskulös. Deshalb können sie hoch und weit springen. Die Vorder- und Hinterbeine der Kröte sind praktisch gleich lang, darum die eher kriechende Fortbewegung.
Lebensraum
Die Haut eines Frosches muss ständig feucht gehalten werden. Deshalb halten sie sich oft in der Nähe von Gewässern auf. Kröten überstehen Trockenheit besser, leben also auch weiter entfernt von Gewässern. Unken sind am stärksten ans Wasser gebunden.
| Art | Wasserbindung | Typischer Lebensraum |
| Frosch | Hoch (artabhängig) | Gewässer, feuchte Wiesen, Ufernähe |
| Kröte | Gering | Wälder, Gärten, trockenere Landlebensräume; Wasser nur zur Eiablage |
| Unke | Sehr hoch | Kleine, sonnige, oft temporäre Gewässer plus feuchte Landverstecke in der Nähe |
Ernährung
Frösche können dank ihrer Sprungkraft die Beute auch im Flug erwischen. Die Kröte ernährt sich gerne von Nacktschnecken, ist also ein Nützling im Garten. Der Speiseplan der Unken besteht überwiegend aus Insekten und deren Larven.
| Art | Aktivität | Bevorzugte Beute |
| Frosch | Tag- und nachtaktiv (artabhängig) | Fluginsekten, Spinnen, Würmer, Schnecken |
| Kröte | Nachtaktiv | Bodenbewohner: Würmer, Nacktschnecken, Asseln, Insekten |
| Unke | Tagaktiv | Kleine Insekten und Larven, v. a. Zuckmücken, Käfer, Ameisen |
Fortpflanzung und Laich
Unken legen deutlich weniger Eier ab als Frösche und Kröten. Frösche bzw. Amphibien sind streng geschützt. Sowohl Laich als auch Tiere dürfen nicht entnommen werden.
| Art | Laichform | Eizahl pro Ablage | Zeitpunkt |
| Frosch | Zusammenhängender Klumpen (Ballen) | ca. 3.000–6.000 | meist einmalig im Frühjahr |
| Kröte | Lange Laichschnüre | ca. 3.000–6.000 | meist einmalig im Frühjahr |
| Unke | Kleine lockere Klümpchen | 10–300 (artabhängig) | mehrfach über den Sommer verteilt |
Enten fressen sowohl Frösche als auch deren Laich.
Fazit
Auf den ersten Blick mögen Frosch, Kröte und Unke kaum unterscheidbar wirken, doch wie du gesehen hast, verraten auf den zweiten Blick Haut, Beine und Lebensraum, um welches Tier es sich tatsächlich handelt. Ob glatte Sprungkünstler, warzige Kriechtiere oder farbenfrohe Wasserliebhaber – jede dieser Amphibienarten hat sich auf ihre eigene Weise perfekt an ihren Lebensraum angepasst. Da alle heimischen Frosch-, Kröten- und Unkenarten streng geschützt sind, gilt beim nächsten Teichbesuch: genau hinschauen und bestaunen, statt anzufassen oder gar mitzunehmen.
Was ist ein Lurch?
Lurch ist der deutsche Fachbegriff für Amphibien – also für Landwirbeltiere, die sich, anders als zum Beispiel Reptilien, nur im Wasser fortpflanzen können. Sowohl Frosch als auch Kröte und Unke zählen zur Gruppe der Froschlurche.
Ist eine Kröte auch ein Frosch?
Nein. Eine Kröte hat einen völlig anderen Körperbau und eine andere Lebensweise als ein Frosch.
Wie alt werden Frösche oder Kröten?
Kröten sind deutlich langlebiger als Frösche.
| Art | Freiland | Unter Idealbedingungen |
| Grasfrosch | 3–12 Jahre | bis 18 Jahre |
| Laubfrosch | 4–6 Jahre | bis 25 Jahre |
| Erdkröte | 10–15 Jahre | bis 36–40 Jahre |
| Gelbbauchunke | bis 15 Jahre | bis 30 Jahre |
Sind Frösche im Teich ein gutes Zeichen?
Ja. Wenn sich Frösche freiwillig an deinem Teich ansiedeln, spricht das für einen gesunden, naturnahen Garten. Amphibien reagieren sehr empfindlich auf Umweltveränderungen, da sie Schadstoffe über ihre durchlässige Haut leicht aufnehmen – siedeln sie sich an, stimmen also Wasserqualität, Versteckmöglichkeiten und Vegetation.
Kehren Frösche zum selben Teich zurück?
Ja, Frösche und auch Kröten kehren oft zum selben Teich zurück.
Kann man Frösche zähmen?
Jein. Frösche können sich an Menschen gewöhnen und somit weniger scheu werden. Manche Frösche kann man tatsächlich so weit bringen, dass sie sich anfassen lassen.
Wann ist die beste Tageszeit, um Frösche zu finden?
Frösche und Kröten sind vor allem nachts aktiv.






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