Ein grüner Frosch

Frosch, Kröte oder Unke – auf den ersten Blick sehen sich diese drei Amphibien zum Verwechseln ähnlich, und im Alltag werden die Begriffe oft munter durcheinandergeworfen. Dabei handelt es sich um drei eigenständige Tiergruppen mit ganz unterschiedlichen Merkmalen, vom Aussehen über die Fortbewegung bis hin zur Fortpflanzung. In diesem Beitrag zeigen wir dir, woran du Frosch, Kröte und Unke sicher auseinanderhalten kannst. 

Körper und Haut

Frosch, Kröte und Unke unterscheiden sich im Erscheinungsbild:

  • Frosch: hat eine glatte Haut, lange, kräftige Hinterbeine, die Haut ist glatt, glänzend und schleimig
  • Kröte: hat eine ledrige, mit Warzen übersäte Haut, kurze Hinterbeine, die Haut ist uneben und trocken
  • Unke: die Oberseite der Haut ist mit kleinen Warzen übersät, die Unterseite zeigt leuchtende Warnfarben, zum Beispiel rot; die Beine sind im Vergleich zum Körper eher kurz

Frosch:

Ein Frosch im Teich
Ein Frosch im Teich. | Foto: Ralphs Fotos auf Pixabay

Kröte:

Eine Kröte am Wasser
Eine Kröte am Wasser. | Foto: John Cameron auf Unsplash

Unke:

Eine Unke im Wald
Eine Unke im Wald. | Foto: tierweltmagazin.com | KI

Größe

Auch hinsichtlich der Größe gibt es Unterschiede zwischen Frosch, Kröte und Unke:

ArtGrößeBesonderheit
Grasfrosch (häufigster heimischer Frosch)6-11 cmWeibchen meist etwas größer als Männchen
Erdkröte (häufigste heimische Kröte)9–12 cm (Weibchen),6–9 cm (Männchen) Eine der größten heimischen Amphibienarten überhaupt 
Rotbauchunke4,5–5,3 cm Eine der kleinsten mitteleuropäischen Froschlurcharten 
Gelbbauchunke3,5–5 cm noch etwas kleiner als die Rotbauchunke

Weltweit variiert die Größe der Tiere teilweise extrem. Der kleinste Frosch der Welt ist der Paedophryne amauensis aus Papua-Neuguinea. Mit durchschnittlich rund 7,7 Millimetern ist er kleiner als eine Ein-Cent-Münze und gilt als das kleinste bekannte Wirbeltier der Welt. 

Fortbewegung

ArtFortbewegung an LandSchwimmhäute
FroschSpringend, weite SprüngeJa
KröteKriechend/gehend, kaum SprüngeKaum/keine
UnkeKriechend, kurze Sprünge; im Wasser sehr aktiv schwimmendGering ausgeprägt

Die Hinterbeine der Frösche sind lang und muskulös. Deshalb können sie hoch und weit springen. Die Vorder- und Hinterbeine der Kröte sind praktisch gleich lang, darum die eher kriechende Fortbewegung.

Lebensraum

Die Haut eines Frosches muss ständig feucht gehalten werden. Deshalb halten sie sich oft in der Nähe von Gewässern auf. Kröten überstehen Trockenheit besser, leben also auch weiter entfernt von Gewässern. Unken sind am stärksten ans Wasser gebunden.

ArtWasserbindungTypischer Lebensraum
FroschHoch (artabhängig)Gewässer, feuchte Wiesen, Ufernähe
KröteGeringWälder, Gärten, trockenere Landlebensräume; Wasser nur zur Eiablage
UnkeSehr hochKleine, sonnige, oft temporäre Gewässer plus feuchte Landverstecke in der Nähe

Ernährung

Frösche können dank ihrer Sprungkraft die Beute auch im Flug erwischen. Die Kröte ernährt sich gerne von Nacktschnecken, ist also ein Nützling im Garten. Der Speiseplan der Unken besteht überwiegend aus Insekten und deren Larven.

ArtAktivitätBevorzugte Beute
FroschTag- und nachtaktiv (artabhängig)Fluginsekten, Spinnen, Würmer, Schnecken
KröteNachtaktivBodenbewohner: Würmer, Nacktschnecken, Asseln, Insekten
UnkeTagaktivKleine Insekten und Larven, v. a. Zuckmücken, Käfer, Ameisen

Fortpflanzung und Laich

Unken legen deutlich weniger Eier ab als Frösche und Kröten. Frösche bzw. Amphibien sind streng geschützt. Sowohl Laich als auch Tiere dürfen nicht entnommen werden.

ArtLaichformEizahl pro AblageZeitpunkt
FroschZusammenhängender Klumpen (Ballen)ca. 3.000–6.000meist einmalig im Frühjahr
KröteLange Laichschnüreca. 3.000–6.000meist einmalig im Frühjahr
UnkeKleine lockere Klümpchen10–300 (artabhängig)mehrfach über den Sommer verteilt

Enten fressen sowohl Frösche als auch deren Laich.

Fazit

Auf den ersten Blick mögen Frosch, Kröte und Unke kaum unterscheidbar wirken, doch wie du gesehen hast, verraten auf den zweiten Blick Haut, Beine und Lebensraum, um welches Tier es sich tatsächlich handelt. Ob glatte Sprungkünstler, warzige Kriechtiere oder farbenfrohe Wasserliebhaber – jede dieser Amphibienarten hat sich auf ihre eigene Weise perfekt an ihren Lebensraum angepasst. Da alle heimischen Frosch-, Kröten- und Unkenarten streng geschützt sind, gilt beim nächsten Teichbesuch: genau hinschauen und bestaunen, statt anzufassen oder gar mitzunehmen. 

Was ist ein Lurch?

Lurch ist der deutsche Fachbegriff für Amphibien – also für Landwirbeltiere, die sich, anders als zum Beispiel Reptilien, nur im Wasser fortpflanzen können. Sowohl Frosch als auch Kröte und Unke zählen zur Gruppe der Froschlurche.

Ist eine Kröte auch ein Frosch?

Nein. Eine Kröte hat einen völlig anderen Körperbau und eine andere Lebensweise als ein Frosch.

Wie alt werden Frösche oder Kröten?

Kröten sind deutlich langlebiger als Frösche.

ArtFreilandUnter Idealbedingungen
Grasfrosch3–12 Jahrebis 18 Jahre
Laubfrosch4–6 Jahrebis 25 Jahre
Erdkröte10–15 Jahrebis 36–40 Jahre
Gelbbauchunkebis 15 Jahrebis 30 Jahre

Sind Frösche im Teich ein gutes Zeichen?

Ja. Wenn sich Frösche freiwillig an deinem Teich ansiedeln, spricht das für einen gesunden, naturnahen Garten. Amphibien reagieren sehr empfindlich auf Umweltveränderungen, da sie Schadstoffe über ihre durchlässige Haut leicht aufnehmen – siedeln sie sich an, stimmen also Wasserqualität, Versteckmöglichkeiten und Vegetation. 

Kehren Frösche zum selben Teich zurück?

Ja, Frösche und auch Kröten kehren oft zum selben Teich zurück.

Kann man Frösche zähmen?

Jein. Frösche können sich an Menschen gewöhnen und somit weniger scheu werden. Manche Frösche kann man tatsächlich so weit bringen, dass sie sich anfassen lassen.

Wann ist die beste Tageszeit, um Frösche zu finden?

Frösche und Kröten sind vor allem nachts aktiv.

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