Ein braunes Huhn scharrt auf der grünen Wiese.

Hühner gehören zu den ältesten Haustieren des Menschen und sind heute nicht nur auf Bauernhöfen, sondern auch in vielen Gärten zu finden. Sie sind interessante und gesellige Tiere, die mehr können, als nur Eier zu legen. Hühner haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten, verständigen sich mit verschiedenen Lauten und brauchen eine artgerechte Haltung, damit sie gesund und zufrieden bleiben. Erfahre in unserem Beitrag das Wichtigste über das Huhn als Haustier.

Herkunft

Das Haushuhn (Gallus gallus domesticus) ist eine Zuchtform des wildlebenden Bankivahuhns aus Südostasien und gehört zur Familie der Fasanenartigen. Das Bankivahuhn lebt heute noch, zum Beispiel in Myanmar oder Thailand. Es ist tagaktiv und ständig unterwegs auf Futtersuche. Sie essen Samen, Früchte und Pflanzenteile, aber auch Aas, Insekten und Würmer. Die Nacht verbringen sie auf Bäumen, um außer Reichweite von Feinden zu sein.

Viele der Verhaltensweisen des Bankivahuhn treffen auch auf Haushühner zu. Diese schlafen ebenfalls gerne erhöht und scharren nach Nahrung. Sie sind wie das Bankivahuhn Allesfresser.

Aussehen und Rassen

Es gibt über 180 verschiedene Hühnerrassen und Farbenschläge  in Europa. Weltweit sind es noch viel mehr. Das Sulmtaler Huhn ist Österreichs bekannteste Hühnerrasse. Es steht allerdings auf der roten Liste der Haustierrassen. Die Zuchtlinie Lohmann Brown ist eine der wichtigsten in Österreich. Es handelt sich dabei um einen Legehybriden, und die weitaus dominierende Hühnerlinie für die Eierproduktion. Das gilt sowohl für die konventionelle als auch die biologische Landwirtschaft.

So sieht ein Lohmann Brown Huhn aus:

  • Einheitlich hellbraunes bis rötlich-braunes Gefieder mit weißem Untergefieder 
  • Braune Halsfedern mit weißem Rand, teils weiße Spitzen an den Schwanzfedern 
  • Kräftig roter Kamm und rote Kehllappen, gelbe Läufe
  • Schlanker, horizontal gebauter Körper mit geradem Rücken und vollem Bauch 
  • Mittlere Größe: Hennen 1,8–2,8 kg, Hähne 2,9–4 kg
  • Farbe ähnelt braunen Landhuhnrassen, genaue Kreuzung bleibt Betriebsgeheimnis der Firma Lohmann
Ein braunes Huhn mit weißen Schwanzspitzen
Ein Huhn der Zuchtlinie Lohmann Brown. | Foto: tierweltmagazin.com | KI

Kommunikation

Hühner gehören zu den kommunikativeren Haustieren und nutzen ihre Stimme sehr häufig, um sich untereinander zu verständigen. Das Georgia Institute of Technology hat dabei rund 30 differenzierte Lautäußerungen bei Hühnern identifiziert und ihrer Bedeutung zugeordnet. 

Am auffälligsten ist das sogenannte Legegackern, das Hennen nach der Eiablage von sich geben – ein lautes, aufgeregtes „Ga-ga-ga-gaaak“, mit dem sie vermutlich wieder Anschluss an die Gruppe suchen wollen. Es gibt auch noch Warn- und Alarmrufe vor Feinden oder Lockrufe zum Futter. 

Entspannte Hühner gackern leiser und in einer ruhigeren Melodie („Gock, Gock, Gock“), während gestresste oder verängstigte Tiere lauter und schriller werden. Zudem hat jedes Huhn einen eigenen Charakter – manche „quasseln“ von Natur aus mehr als andere. 

Sozialverhalten

Hühner sind ausgesprochen soziale Herdentiere mit einer klaren, streng geregelten Hierarchie – der bekannten „Hackordnung“. Die Rangordnung legt genau fest, wer zuerst fressen darf, wer den besten Schlafplatz bekommt und wer wen picken darf – daher der Name „Hackordnung“. An der Spitze steht meist der Hahn, ohne Hahn übernimmt eine erfahrene Althenne, die sogenannte Leithenne, diese Rolle. 

Meist spiegelt die Rangordnung eine Altershierarchie wider: Ältere, erfahrenere Tiere stehen für gewöhnlich weiter oben. Ältere Tiere übernehmen Schutzaufgaben wie das Warnen vor Gefahren oder das Anführen zu guten Futterstellen. Ein Huhn kann sich maximal etwa 50 Artgenossen als bekannte Individuen einprägen – je größer die Herde, desto eher kommt es dadurch zu aggressiverem Verhalten. 

Fünf unterschiedliche Hühner sitzen nebeneinander
Verschiedene Hühner. | Foto: Xuân Tuấn Anh Đặng auf Pixabay

Was fressen Hühner

Hühner sind Allesfresser und brauchen abwechslungsreiches Futter, damit ihr Nährstoffgehalt gedeckt ist und sie gesund bleiben.

Die vier Bestandteile einer artgerechten Ernährung

  • Körner und Alleinfutter: Weizen, Mais, Gerste, Hafer und Roggen als Hauptenergiequelle, idealerweise als hochwertiges Alleinfutter mit allen wichtigen Mineralstoffen
  • Grünfutter, Obst und Gemüse: Gras, Klee, Löwenzahn, Brennnessel und Kräuter sowie Karotten, Zucchini, Gurken, Äpfel oder Beeren als wichtige Vitaminquelle – Obst wegen des Fruchtzuckers aber nur in Maßen
  • Nahrung aus dem Freilauf: Im Auslauf picken Hühner nach Würmern, Insekten, Schnecken und manchmal sogar kleinen Mäusen – wichtige natürliche Eiweißquellen
  • Grit (Muschelkalk und Magenkieselsteinchen): Da Hühner keine Zähne haben, brauchen sie dieses Material zwingend für die Verdauung und den Knochen- bzw. Eierschalenaufbau

Was Hühner keinesfalls essen sollten: Avocados, rohe Kartoffeln, Tomaten, Zitrusfrüchte, Schokolade, stark gewürzte Speisen, rohes oder gekochtes Geflügelfleisch oder Fleischmehl und verschimmeltes oder verdorbenes Futter.

Das braucht dein Huhn als Haustier

Bevor deine glücklichen Hühner bei dir einziehen, braucht es noch ein paar Dinge. Allen voran natürlich den Hühnerstall:

  • Artgerechter Hühnerstall: 2 m hoch und durch eine Tür begehbar, maximal 3 Hühner je m², gut durchlüftet und mit Tageslicht
  • Stallausstattung: erhöhte Sitzstangen, Tränke, Futterstation, Einstreu, Legenester
  • Freilauffläche: mit Möglichkeiten zum erhöht sitzen und ausreichend Beschäftigung, sowie einen Platz zum Sandbaden, mindestens 4-10 m² je Huhn (besser mehr)
  • Schlechtwetterauslauf (überdacht)
  • Hochwertiges Alleinfutter sowie stets frisches Wasser
  • Transportbox, zum Beispiel für Tierarztbesuche
  • Fuchs- und mardersicherer Zaun

Was du beim Hühnerstall bauen beachten musst, erfährst du im verlinkten Blogbeitrag.

Beschäftigung für deine Hühner

Täglicher Auslauf ist das Wichtigste für ein Huhn. Hier kann es sich selbst beschäftigen. Du kannst den Auslauf aber deutlich attraktiver gestalten, damit deine Hühner mehr Abwechslung erhalten:

  • Obst/Gemüse aufhängen oder aufspießen (Salat, Kürbis, Apfel, Kohl) – fordert die Hühner beim Picken heraus
  • Körner/Mehlwürmer in Einstreu oder Laub verstecken – regt natürliches Scharren an 
  • Pickkugeln oder Picksteine als Futterspielzeug
  • Sitzstangen, Rampen und Kletterstrukturen in unterschiedlichen Höhen
  • Überdachtes Sandbad für Staubbäder
  • Regelmäßig Abwechslung schaffen: alle 1–2 Wochen neues Material oder umgestellte Elemente

Fazit

Das Huhn ist weit mehr als nur Eierlieferant – mit seiner ausgeprägten Sozialstruktur, den vielfältigen Lautäußerungen und seinem neugierigen Wesen beweist es, wie viel Persönlichkeit in dem gefiederten Haustier steckt. Wer Hühnern den passenden Stall, eine abwechslungsreiche Ernährung und genug Beschäftigung im Auslauf bietet, wird mit zufriedenen, munter gackernden Mitbewohnern belohnt, die den Garten im Alltag ordentlich beleben. Wenn du noch mehr über Hühner und deren Haltung erfahren möchtest, besuch gern diesen Artikel: Broschüre “Huhn im Glück”. Dort kannst du dir ein umfassendes PDF downloaden.

Warum schreit ein Huhn nach dem Eierlegen?

Das sogenannte Legegackern ist bis jetzt noch nicht wissenschaftlich geklärt. Das könnten Gründe sein:

  • Nur bei etwa 15 % der Eiablagen folgt tatsächlich Gackern
  • Führende Theorie: Signal an den Hahn „jetzt nicht treten“ – schützt die Henne vor Stress und Verletzung durch den Tretakt
  • Möglicher Herdensuchruf: ruft den Hahn herbei, der die Henne zurück zur Gruppe führt
  • Weitere Vermutungen: Aufmerksamkeit erregen, Stolz oder allgemeines Aufregungssignal

Sind gekochte Kartoffeln gut für Hühner?

Hühner dürfen gekochte Kartoffeln essen. Sie sind beliebte Weichfutter-Snacks.  Auch hier gilt: Alles nur in Maßen.

Sind Huhn und Hähnchen das Gleiche?

Huhn = die Tierart allgemein, kann auch ein älteres Tier meinen

Hähnchen = junges Masttier, kulinarischer Fachbegriff, unabhängig vom Geschlecht

Sind Hühner dumm oder schlau?

Der Ruf des „dummen Huhns“ gilt als wissenschaftlich widerlegt. Küken können schon mit 5 Tagen Mengen unterscheiden und zählen wie Menschen von links nach rechts. Sie sind zu logischen Schlussfolgerungen fähig, die Menschen erst mit ca. 7 Jahren beherrschen. Außerdem können sie sich bis zu 100 Gesichter – auch von Menschen – merken. Zusätzlich zeigen sie Empathie. Glucken reagieren zum Beispiel gestresst, wenn ihre Küken erschreckt werden.

Wie nennt man das weibliche Huhn?
Das weibliche Huhn wird Henne genannt. Das männliche Huhn ist der Hahn.

Können Hennen auch ohne Hahn Eier legen?

Ja, Hennen können auch ohne Hahn Eier legen. Diese Eier sind dann unbefruchtet. Das heißt, es entwickelt sich kein Küken.

Über Tierweltmagazin

Das Tierweltmagazin ist dein Zuhause für alles, was Fell, Federn und Flossen trägt. Schau vorbei, wann immer dich die Tierwelt ruft.

Entdecke mehr von Tierweltmagazin

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen